Soßen und Drinks
Tomatensauce
Die Tomate ist eine der beliebtesten Pflanzen der internationalen Küche. Dabei ist sie in Europa "erst" seit 500 Jahren bekannt. In Mittel- und Südamerika kennt man das schmackhafte rote Gewächs bereits erheblich länger.
Spanien erobert die neue Welt und die neue Pflanzenwelt erobert Europa
Vor 1492 war die Tomate in Europa schlechterdings nicht existent. Doch die alte Welt hat sich in heißer Liebe entflammt, nachdem die spanischen Eroberer, die ausgezogen waren sich das heutige Lateinamerika zu unterwerfen, die ersten Tomatensamen nach Europa gebracht hatten. Mittlerweile sind Tomaten integrale Bestandteile der Küchentraditionen Europas: man stelle sich Spanien ohne Gazpacho vor oder Italien ohne Tomatensauce auf den Nudeln oder auf der Pizza – schlichtweg eine Sache der Unmöglichkeit. Tomaten kommen niemals aus der Mode, sie sind eine kulinarische Konstante in den meisten Ländern unseres Kontinents. Und die Früchte tragen nicht nur die Farbe der Liebe zur Schau, sie hießen in den hiesigen Breitengraden lange Zeit "Liebesapfel", erst seit dem neunzehnten Jahrhundert bedient man sich der Vokabel der Azteken: "Tomate" kommt vom aztekischen "xitomatl". Bereits Jahrhunderte vor Christi Geburt wurde die Pflanze in amerikanischen Gefilden angebaut.
Die Tomate als heilige Pflanze
Im Gegensatz zum Kakao wurde die Tomate bei den Azteken wohl nicht als heilige Pflanze verehrt. Dafür aber allerdings bei den Italienern. Vielleicht ist das auch übertrieben, aber wer einem Italiener erzählt, er mache seine Tomatensauce selbst, kann sich darauf einstellen, womöglich ausgelacht zu werden. Das ist in etwa so, als würde man einem Koreaner sagen, man wolle Kimchi selber zubereiten. Es gibt eben Dinge, die können nur die Experten. Sicherlich gibt es einige Dinge, die man beachten sollte, wenn man Tomatensauce kocht. Wichtig ist, dass man Stücke nimmt. Am besten naturgemäß frische Tomaten, wenn es nicht anders geht, kann man auch Pizzatomaten oder andere stückige Tomaten aus der Dose nehmen. Passierte Tomaten hingegen geben ein bisschen wenig zu beißen her und sind zu suppig. Eine elegante Lösung ist auch Polpa, die man mittlerweile auch in einigen deutschen Discountern in der Flasche bekommt. Das ist eine gröbere Masse als passierte Tomaten und kostet nicht unbedingt mehr – selbst Italiener verwenden Polpa als Basis für ihre Saucen.
Die Zutaten
Neben den Tomaten gibt es natürlich noch ein paar andere Zutaten. Als Grundstock sollte man haben: Olivenöl, Zwiebeln, Knoblauch, Salz, Pfeffer und ein Kraut, etwa Basilikum, Oregano oder (ein wenig untypischer) Thymian. Die Zwiebeln brät man bis zur gewünschten Konsistenz im Öl an, den Knoblauch allerdings nur ca. 30 Sekunden, sonst wird er bitter. Dann die Tomatenstücke hinein und mit Salz und Pfeffer nach Geschmack bis zur gewünschten Konsistenz einkochen. Die Kräuter erst ganz am Schluss dazugeben. Tipp: manchmal hilft es, ein wenig Zucker dazu zu geben – das rundet den Geschmack ab, und je nach spezifischer Tomatenpflege in der Zucht kann der Süßegrad sehr unterschiedlich ausfallen.